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Sozial-innovativ durch Spiritualität

Wie lassen sich Spiritualität und praktisches Leben verbinden? Diese Frage bildete die Grundlage für ein intensives Wochenende im Waldorfinstitut Witten-Annen. Klaus-Peter Freitag, einer der Mitinitiatoren und Vorstandsmitglied der Anthroposophischen Gesellschaft in Deutschland, fasst seine Eindrücke im Kurzinterview zusammen. Das Interview führte Sebastian Knust.

von S. Knust | K. P. Freitag | 26.05.2026

Sebastian Knust: Unsere Ideenwerkstatt bestand ja aus vielen Formaten und Methoden, die die eigene Erfahrung mit Spiritualität ins Zentrum stellten. Kannst Du einen Umriss geben, was auf der Veranstaltung geschah und wer sich getroffen hat?

Klaus-Peter Freitag: Die Idee für diese Innovationswerkstatt entstand fast beiläufig in einer Arbeitsgruppe für Pädagogik, in der Menschen der Forschungsstelle für Waldorfarbeits- und -berufspädagogik des Bundes der Freien Waldorfschulen, der Alanus-Hochschule und der Gesellschaft für Ausbildungsforschung und Berufsentwicklung zusammenkamen. Wir machten die Erfahrung, dass die Menschen, die engagiert und innovativ zielführend tätig sind, sehr oft einen – nicht nur anthroposophischen – spirituellen Hintergrund haben. So richtete sich die Tagung genau an diesen Personenkreis aus den unterschiedlichsten Lebensfeldern. Hier sollten bereichernde und intensive Begegnungen und der offene Austausch ermöglicht werden. Ergebnisse sollten nicht erzielt werden und wir verzichteten bewusst auf Vortragende. Daher standen die inspirierenden Begegnungen im Mittelpunkt.

 

SK: Welche besonderen Erfahrungen, Begegnungen und Inspirationen hattest Du? Magst Du zwei oder drei nennen?

KPF: Besonders ergriffen und beeindruckt haben mich die vorurteilsfreien und offenen Begegnungen der Teilnehmenden in den vielen oft sehr persönlichen und intimen Gesprächen sowie die Vielfältigkeit des Zugangs zu spirituellen Fragestellungen. Bereichernd war auch, wie Menschen aus ganz unterschiedlichen Lebensfeldern die Fragen bewegten. Persönlich berührten mich zwei praktische „Übungen“, die wir machten. Eine Kollegin aus dem Bereich der Pflege ließ uns erfahren, wie selbst eine Handwaschung eine tief empfundene spirituelle Begegnung mit einem anderen Menschen ermöglichen kann. Die andere Übung war, dass die Führung durch den „Engel“, im Zweierteam mal durch den Anderen in der Bewegung im Raum, übernommen wurde. Spannend, aber auch heiter, wie Führung geschehen kann und spirituelle Dimensionen erlebbar gemacht werden konnten.

 

SK: Welche Impulse für Deine eigene Arbeit nimmst Du mit und wie geht es weiter mit der Initiative?

KPF: Am Ende der Veranstaltung öffneten wir den Raum, sodass die Teilnehmenden ihre Ideen, mit welchen Impulsen sie weiterwirken wollen, austauschen und sich zu gemeinsamen Projekten verabreden konnten. Ich selbst werde mit anderen zusammen auf den Sommertagen der AGiD am 6. Juni 2026 in der Rudolf-Steiner-Schule Bochum im Rahmen des Open Space ein Angebot machen, um die begonnenen Begegnungen auch für neu Hinzukommende zu ermöglichen. Mit der Kollegin, die sich um die Waldorfschulen in NRW kümmert, wollen wir für die gesamten Schulgemeinschaften einen Begegnungstag zum Thema Spiritualität & Praxis in der Erziehung am 8. Oktober 2026 in Witten anbieten. Darüber hinaus wird uns das Thema sicherlich auch in der Allianz der anthroposophischen Verbände weiter intensiv begleiten.

 


  • Dokumentation: Wenn Sie eine umfassende Dokumentation der Innovationswerkstatt erhalten möchten, können Sie sich gerne melden bei: infonoSpam@agid.de.
  • Film: In Kürze werden wir einen Film zum Thema veröffentlichen. Wenn Sie unserem YouTube-Kanal folgen, werden Sie benachrichtigt, sobald der Film veröffentlicht ist: https://www.youtube.com/@anthroposophische-gesellschaft.
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