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„Im Blick Eurythmie“ am Eurythmeum Stuttgart

Eurythmie bewegt sich im Raum zwischen Sichtbarem und Unsichtbarem. Sie arbeitet mit den Zwischenräumen und sucht jene Bereiche, in denen Bewegung zum Ausdruck innerer Prozesse wird. Wer als Eurythmist*in arbeitet, erlebt diese Kunst daher oft auch als eine vermittelnde Tätigkeit – als eine Bewegung zwischen Welten.

von N. Königs | M. Tannert | 27.04.2026
Eurythmeum Stuttgart

Aus diesem Verständnis heraus und um eine Brücke zu bilden, entstand am Eurythmeum Stuttgart vor einigen Jahren der Impuls, auf junge Menschen zuzugehen und ihnen einen Raum der Begegnung mit der Eurythmie zu eröffnen. Ein Raum sollte entstehen, in dem Schüler*innen, Studierende und Bühneneurythmist*innen miteinander in Bewegung kommen, Erfahrungen teilen und gemeinsam an dieser Kunst arbeiten können. Aus diesem Anliegen heraus wurde das Begegnungswochenende „Im Blick Eurythmie“ ins Leben gerufen.

Hier treffen sich Oberstufenschüler*innen verschiedener Waldorfschulen, Eurythmiestudierende und ausgebildete Eurythmist*innen am Eurythmeum Stuttgart, um gemeinsam zu arbeiten, sich zu bewegen und über ihre Erfahrungen mit der Eurythmie ins Gespräch zu kommen.

Vom 28. Februar bis zum 1. März dieses Jahres kamen rund achtzig Menschen mit ganz unterschiedlichen Hintergründen zusammen – darunter auch Teilnehmende ohne bisherigen Kontakt zur Eurythmie. Vereint waren sie durch ein lebendiges Interesse und eine spürbare Begeisterung für diese besondere Bewegungskunst. Im Mittelpunkt standen Begegnung, Vielfalt und die Freude an der Bewegung.

Das Wochenende entfaltete sich als ein farbenreicher und lebendiger Erfahrungsraum. Die Begegnung mit der Eurythmie geschah vor allem im gemeinsamen Bewegen – einmal in der großen Gruppe, dann wieder in kleineren Workshops, in denen einzelne Themen vertieft werden konnten.

Ergänzt wurden diese praktischen Erfahrungen durch offene Gesprächsräume und spielerisch gestaltete Austauschformate. Dabei begleitete uns immer wieder die Frage, was junge Menschen heute innerlich bewegt.

Für die Schüler*innen eröffnete sich so die Möglichkeit, ihr Interesse an der Eurythmie einmal außerhalb des schulischen Kontextes zu erleben und mit Menschen zu teilen, die sich täglich mit dieser Kunst beschäftigen. Gleichzeitig konnten sich die Eurythmist*innen von der Unmittelbarkeit, Offenheit und Lebendigkeit der jungen Menschen inspirieren lassen. Den Abschluss der Tage bildeten jeweils facettenreiche Open-Stage-Aufführungen. Hier gaben die Teilnehmenden – in Gruppen oder auch solistisch – Einblicke in das, was sie künstlerisch beschäftigte und woran sie arbeiteten. Die Vielfalt der Ideen und choreografischen Ansätze war ebenso beeindruckend wie die Hingabe, mit der sie zur Erscheinung gebracht wurden.

Ein besonders berührender Moment war der „Bunte Abend“. An diesem Abend erhielt jede*r die Möglichkeit, auch andere Interessen und Talente neben der Eurythmie zu zeigen. So entstand ein Raum, in dem der Mensch hinter dem eurythmischen Schaffen sichtbar werden konnte.

Doch wie so oft zeigte sich der eigentliche Geist dieses Wochenendes besonders in den Momenten dazwischen: in Gesprächen vor oder nach den Aufführungen, in spontanen Begegnungen während der Pausen und in den vielen kleinen Augenblicken gemeinsamer Aufmerksamkeit. Über die gesamten Tage hinweg war eine Atmosphäre von Wärme und gegenseitiger Wertschätzung spürbar. Sie zeigte sich sowohl in stillen und vertieften Momenten als auch in heiteren Begegnungen und in den vielen strahlenden Gesichtern.

So gingen die Teilnehmenden schließlich mit vielfältigen neuen Eindrücken und Erfahrungen wieder auseinander. Wir vom Eurythmeum Stuttgart hoffen, mit diesem Wochenende einen Beitrag dazu geleistet zu haben, dass die Eurythmie in den Herzen der Menschen weiterwachsen kann.

Dankbar blicken wir auf alle Menschen zurück, die Teil dieser Tage waren, und auf die Eindrücke, die uns noch lange Kraft und Zuversicht schenken werden.

 

Noelle Königs und Milan Tannert

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