Spiritualität und Praxis
Eine besondere Charakteristik der Anthroposophie ist die angestrebte Verbindung von tiefer Spiritualität mit konkreter Lebenspraxis. Genau diesem Zusammenhang widmen wir eine „Innovationswerkstatt“ zum gegenseitigen Lernen, Ideenaustausch und Üben. Sie sind vom 10. bis 11. April ans Waldorf-Institut Witten-Annen herzlich eingeladen! Im Interview gibt einer der Initiatoren, Klaus-Peter Freitag, einen Einblick in seine Motivation und das, was Sie bei der Veranstaltung erwartet.
Sebastian Knust: Als Mitinitiator warst Du wesentlich an der Entstehung der Innovationswerkstatt beteiligt. Welche Potenziale siehst Du in der Verbindung von Spiritualität und Praxis?
Klaus-Peter Freitag: Wir, die Initiatoren der Tagung, haben in unseren beruflichen Zusammenhängen, die sich nicht nur auf anthroposophische Kreise beschränken, die Erfahrung gemacht, dass all die Menschen, die sich konstruktiv engagieren, die etwas bewegen und aus „Überschusskräften“ tätig sind, einen spirituellen Hintergrund haben. Die anregenden Gespräche brachten uns auf die Idee, diesen Menschen einmal die Möglichkeit zu geben, einander zu begegnen, voneinander zu hören, sich anregen zu lassen und ggf. zu lernen. Wir leben ja in einer Zeit, in der in allen Lebensfeldern und auch in der Gesellschaft insgesamt zukunftsweisende Impulse zum Heil notwendig sind. Liegt hier nicht das Potenzial in der Verbindung zwischen Spiritualität und Praxis?
SK: Das Treffen geht über zwei Tage und eine Nacht. Was erwartet uns dort?
KPF: Wir erwarten fantastische und interessante Teilnehmende, die in aller Offenheit und in geschützten Räumen über ihre Erfahrungen und Erlebnisse sprechen, einander achtsam zuhören und wahrnehmen. Wie gehen wir ganz persönlich mit der Verbindung von spirituellen Fragen und unserer eigenen Arbeitspraxis um? Welchen Herausforderungen begegnen wir in der Verbindung von Praxis und Spiritualität und wie gehen wir damit konkret um? Verzichtet wird auf Vorträge, stattdessen sind Formate für Gespräche geplant, in denen wirkliche, tiefe und persönliche Begegnungen stattfinden können. Darüber hinaus soll die Freude am Zusammensein nicht zu kurz kommen und auch für das leibliche Wohl wird gesorgt.
SK: Was sollen die Teilnehmenden mitnehmen aus der Werkstatt?
KPF: Uns trägt die Hoffnung und Gewissheit, dass durch die Begegnungen Anregungen und ggf. Impulse gegeben werden, die die Teilnehmenden persönlich bereichern und sie in ihren jeweiligen beruflichen Situationen stärken können. Wir begreifen die Werkstatt auch als „intime“ Vorbereitung der Sommertage, veranstaltet durch die Allianz der anthroposophischen Verbände in NRW vom 4. bis 7. Juni 2026 zum Thema „Aus welchen Impulsen wollen wir Zukunft gestalten?“, vor der Mitgliederversammlung der Anthroposophischen Gesellschaft in Bochum.
Zur Person: Klaus-Peter Freitag, ehemaliger Waldorflehrer, Dozent und Geschäftsführer des Bundes der Freien Waldorfschulen, noch in der Pädagogischen Qualitätsentwicklung für Waldorfschulen, der Forschungsstelle für Waldorfarbeits- und -berufspädagogik, dem Abschlussportfolio der Waldorfschulen, der Schulleiterausbildung, der Beschwerdestelle der LAG der FWS Baden-Württemberg, dem Initiativkreis der Pädagogischen Sektion in Deutschland sowie dem Arbeitskollegium der Anthroposophischen Gesellschaft in Deutschland und der Förderstiftung Anthroposophie tätig.