Reiter und Posaunen – im Gespräch mit Gioia und Johannes Falk
Die Apokalypse des Johannes ist ein anspruchsvolles biblisches Thema, handelt sie doch vom Ende unserer Zeit. Gleichzeitig bietet sie viele eindringliche Bilder und weist auf menschheitliche Transformationsprozesse hin. Seit einiger Zeit sind Gioia und Johannes Falk mit einem großen internationalen Eurythmie-Ensemble zu diesem Thema auf Tour. Im Interview erfahren Sie mehr über Intentionen und Erfahrungen der Initiatoren.
Sebastian Knust: Das Thema Apokalypse ist sehr anspruchsvoll. Wie seid Ihr auf dieses Thema gekommen?
Gioia Falk: Ich hatte zunächst ein ganz anderes Programm vor. Ich habe dann plötzlich innegehalten und die aktuelle Zeit erlebt. Es war schon vor Jahren innerlich auf mich zugekommen. Jetzt war es an der Zeit, es entwickelte sich als Programm Apokalypse und es ist heute noch nicht vollständig. Das Thema wurde die letzten Jahre auf der Welt immer aktueller, obwohl es seit Jahrhunderten präsent ist und wohl auch in Zukunft präsent bleiben wird.
SK: Ich kann mir vorstellen, dass die künstlerische Bearbeitung auch mit neuen Einblicken und Erfahrungen einhergeht. Könnt Ihr etwas davon schildern?
GF: Die Bilder sind tief und kaum zu fassen. Der Verstand kann sie nicht direkt greifen. Indem man sie gestaltet, kommen sie näher. Religiöse Innerlichkeit und Kunst schaffen tiefere Zugänge. Was sind zum Beispiel die „Reiter“? Woraus treten die Bilder hervor? Man kann versuchen zu interpretieren. Schließlich ist der Reiter aber dann wieder das starke Bild, das wir zum Leben erwecken wollen. Die Sprache ist stark, auch in der Übersetzung, und auch die Bildsprache ist einfach und stark. Mir haben die grundlegenden, sehr weit gehenden Äußerungen von Rudolf Steiner zu dem Thema eine Orientierung gegeben.
SK: Welche Resonanz kam Euch bisher schon vom Publikum entgegen?
Johannes Falk: Wir dürfen sagen, dass die Aufführungen sehr positiv aufgenommen wurden. Die Besucher kamen zahlreich und wir bekamen viele dankbare Rückmeldungen.
SK: Wie geht die Tournee nun weiter?
JF: Wir hatten meist Aufführungsorte, wo wir, wie in Stuttgart, ohne Übernachtung aufführen. Das ist bei unserer Gruppe mit 34 Mitwirkenden vorteilhaft. Im Jahr 2026 möchten wir etwas weiter reisen. Bereits geplante Termine sind im November in Witten, Kassel und Hamburg. Allerdings sind die Aufführungen noch nicht finanziert. Wir können also Unterstützung gebrauchen.
SK: Werdet Ihr weiter an dem Thema arbeiten?
GF: Bisher haben wir Texte aus Kapitel 1 bis 11 der Apokalypse künstlerisch bearbeitet. Das nächste Programm könnte eine Fortsetzung sein, beispielsweise ab Kapitel 12, wo Figuren wie die Jungfrau, der Drache oder der Erzengel Michael auftreten. Wir finden es auf jeden Fall sehr lohnend, an diesem Thema dranzubleiben.
Zu den Personen:
Gioia Falk, Eurythmie-Ausbildung bei Elena Zuccoli. Bühnentätigkeit in München, Goetheanumbühne. Seit 1987 Tourneen in Europa, Russland, Südamerika, Afrika und Japan. Von 2008 bis 2025 künstlerische Gesamtleitung der Mysteriendramen am Goetheanum. 2012 bis 2017 Co-Generalsekretärin der AGiD. Seit 2008 Leitung der freien Eurythmie-Projektbühne am Goetheanum mit dem aktuellen Programm: Apokalyptische Reiter und Posaunen.
Johannes Falk, Eurythmie-Ausbildung bei Lea van der Pals, Bühnenarbeit in München, Heileurythmie-Studium. Goetheanumbühne ab 1989, dann Bühnenarbeit in freien Initiativen, seit 2008 in der Projektbühne Gioia Falk des Goetheanum.
Aufführungen:
12.11.2026 in Witten
13.11. 2026 im Anthroposophischen Zentrum Kassel
14.11. 2026 im Rudolf-Steiner-Haus Hamburg
Weitere Tourdaten
finden Sie auf der Website des Eurythmie-Verbands: eurythmie.net/auffuehrungsdaten
Spendenkonto
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Verwendungszweck: „Apokalypse“
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