Suche Mitgliedschaft Spenden

Volltextsuche

 
  • AGiD.Aktuell
    • Alle Beiträge
    • Aus den Zeitschriften
    • Forschungsförderung
    • Junge Anthroposophie
  • Anthroposophie
    • Was ist Anthroposophie?
    • Bewegung
    • Goetheanum
    • Rudolf Steiner
    • Anthroposophie im Gespräch
    • Zeitschriften & Medien
    • Veranstaltungen
  • Gesellschaft
    • Mitglied werden
    • Junge Anthroposophie
    • Fördermitgliedschaft
    • Aufgaben und Ziele
    • Fähigkeitsbildung
    • Forschungsförderung
    • Zusammenarbeit
    • Menschen und Organisation
    • Finanzen und Spenden
  • Kontakt
    • Geschäftsstelle
    • Stellenangebote
    • Arbeitszentren
    • Zweige
    • Netzwerk
< nächster Eintrag
vorheriger Eintrag >

Anthroposophie und AfD im Osten

Im Osten Deutschlands haben rechte Parteien, allen voran die AfD, seit Jahren großen Zulauf. Wie gehen ostdeutsche anthroposophische Menschen und Einrichtungen mit der Situation um? Wir haben uns vor Ort umgehört. Ein Beitrag aus der Zeitschrift Info3 im Mai 2024.

von Alexander Capistran | 24.05.2024

„Der typische AfD-Sympathisant ist männlich, ostdeutsch und gering gebildet“, heißt es im Fazit einer aktuellen Datenerhebung von Zeit-Online. Das klingt nicht nach der typischen anthroposophischen Klientel. Zudem hat eine Arbeitsgruppe der Anthroposophischen Gesellschaft in Deutschland sieben Gründe formuliert, warum Anthroposophie und Rechtsextremismus unvereinbar sind: Die Anthroposophie grenze sich fundamental „mit ihrer Idee der geistigen, allgemeinmenschlichen Individualität von einem reduktionistischen und identitären Menschenbild ab.“ Wie aber sieht die Wirklichkeit aus? Welche Berührpunkte haben anthroposophische Menschen im Osten Deutschlands mit der AfD und anderen rechten Kräften und wie verhalten sie sich dazu?

 

Eine schutzbedürftige Insel

Matthias Bünger ist besorgt. Der Einrichtungsleiter der Heilpädagogischen Schule Bonnewitz bei Pirna sitzt in seinem Büro in einem neu erbauten Schulhaus mit Mosaiksteinen an der Fassade. In Pirna hat vor kurzem der erste AfD-Oberbürgermeister Deutschlands sein Amt angetreten. Matthias Bünger hatte im Vorfeld Aufrufe an alle Kolleg:innen und Eltern verschickt, zur Wahl zu gehen und nicht den AfD-Kandidaten zu wählen. „Leider wurden diese Aufrufe in Kreise der gewaltbereiten Neonazi-Szene weitergeleitet. Danach bin ich etwas zurückhaltender geworden. Aber eigentlich ist das ja genau das, was die wollen“, reflektiert Bünger, der im Laufe des Gesprächs immer wieder von seinen Pädagog:innen angerufen wird und als Manager für unvorhergesehene Situationen gefragt ist.

Schwer vorauszusehen ist auch die politische Entwicklung über die nächsten Jahre. Der AfD-Bürgermeister kann wenig gegen die heilpädagogische Schule unternehmen, aber wenn in Landkreis und Landesregierung das politische Klima kippen sollte, wäre das existenzbedrohend für die Schule, zumal die AfD Inklusion nicht gerade befürwortet. Björn Höcke äußerte in einem Interview dazu: „Wir müssen das Bildungssystem befreien von Ideologieprojekten, beispielsweise der Inklusion.“ In diese Richtung gehen Büngers Sorgen: „Als freie Schule sind wir von der Landesregierung und den Landesbehörden schon sehr abhängig. Sie können zwar nicht einfach kommen und die Schule zumachen, da freie Schulen in der Verfassung verankert sind, aber sie könnten die Finanzierung herunterschrauben. In Sachsen bekommen wir als Förderschule 100 Prozent unserer Kosten finanziert. Vielleicht bekommen wir dann nur noch 80 Prozent wie die anderen freien Schulen und müssten in der Folge Schulgeld nehmen. Unsere Schülerschaft würde sich bestimmt halbieren.“ Auswirkungen könnte ein Erstarken der Rechten auch auf das Personal haben, etwa 250 Angestellte aus allen Ländern und Erdteilen sind in Bonnewitz beschäftigt. Viele Mitarbeitende und Auszubildende aus anderen Ländern sowie internationale Freiwilligendienstleistende würden fernbleiben, wenn die politische Stimmung kippen sollte, befürchtet Bünger. Auch mit neuen Investitionsvorhaben wartet seine Einrichtung, „bis zumindest die Wahlen dieses Jahr durch sind und wir für die nächsten Jahre Planungssicherheit haben.“ Ob es unter den Mitarbeitenden Sympathien für rechtes Gedankengut gibt? „Auch wenn die überwiegende Mehrheit unserer Mitarbeitenden diesbezüglich anders denkt, können wir nicht ausschließen, dass Sympathisant:innen rechter Gedanken darunter sind“, sagt Bünger mit Sorgenfalten auf der Stirn; bis jetzt sei aber bis auf vereinzelte Nadelstiche noch nichts in diese Richtung ruchbar geworden. „Wenn jemand im Bewerbungsgespräch bei dem Thema anfängt rumzudrucksen, können wir ihn nicht einstellen – das würde dem Selbstverständnis unserer Einrichtungen widersprechen.“ Hier, wie auch sonst, zeigt Bünger klare Kante: „Ich gehöre nicht zu denen, die mit den AfDlern noch reden wollen. Man muss sich klar positionieren. Die Menschen, die hier AfD wählen, sind rechtsextrem aus Überzeugung.“ ...


Weiterlesen bei Info3

< nächster Eintrag
vorheriger Eintrag >

Aktuelle Beiträge

26.05.26 | O. Girard | S. Knust

Ein Fest der Sinne, Ideen und Begegnungen! | Über die Lange Nacht der Anthroposophie in Stuttgart

Am Samstag, 27. Juni, findet die „Lange Nacht der Anthroposophie“ in…

26.05.26 | O. Girard | F. Uhl | K. Schultz

„Aus welchen Impulsen wollen wir Zukunft gestalten?“

Die Anthroposophische Gesellschaft lädt herzlich ein zu den SOMMERTAGEN ANTHROPOSOPHIE in die Waldorfschule…

26.05.26 | Redaktion

Kampagne von weil´s hilft! Wir sind Millionen. Lasst uns entscheiden.

Ein Spargesetz ist geplant, mit weitreichenden Folgen für deine Versorgung. Und du wirst nicht gefragt?
…

26.05.26 | O. Girard | Dr. Schmidt-Troschke

Interview zur Aktion „weil’s hilft!“

Die Anthroposophische Medizin braucht uns jetzt
Olivia Girard: Warum hat sich die Kampagne „weil’s hilft!“…

26.05.26 | Martin-Günther Sterner

Die anthroposophische Medizin braucht Sie

Seit vielen Jahren erlebe ich in meiner Arbeit als klinisch tätiger anthroposophischer Arzt die segensreiche integrative Verbindung…

26.05.26 | S. Knust | K. P. Freitag

Sozial-innovativ durch Spiritualität

Wie lassen sich Spiritualität und praktisches Leben verbinden? Diese Frage bildete die Grundlage für ein intensives Wochenende im…

26.05.26 | S. Hasler | O. Girard

Interview mit Stefan Hasler über die Eurythmie als Kunstimpuls

Die Eurythmie gehört zu den zentralen künstlerischen Impulsen der Anthroposophie. Als Bewegungskunst, die Musik…

24.05.26 | Dr. Karin Michael

Kinderärztin Dr. Karin Michael unterstützt Kampagne zum Erhalt von Homöopathie und anthroposophischer Medizin in Deutschland

Mit der Initiative „Mittwochsmärsche der…

Weitere News

Zur Uhlandshöhe 10  /  70188 Stuttgart
Telefon  +49 (0)711 / 164 31 -21
E-Mail  infonoSpam@agid.de

 

Newsletter
Youtube
Linked-In

Kontakt
Spenden
Mitglied werden

© ANTHROPOSOPHISCHE GESELLSCHAFT IN DEUTSCHLAND

ImpressumDatenschutz