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Was passiert, wenn ich beginne, mein Denken ernst zu nehmen?

Interview mit Niklas Hoyme zu seiner Arbeit über Picht, Nietzsche und Steiner

von Sebastian Knust | 23.11.2020
Niklas Hoyme am Baum

Die Anthroposophische Gesellschaft in Deutschland fördert mithilfe eines Stipendienprogramms junge Menschen bei ihren Studien- und Forschungsprojekten im Zusammenhang mit anthroposophischen Themen. Niklas Hoyme, einer der Stipendiaten, skizziert in diesem Interview, was ihn an seinem Forschungsthema interessiert und welche Fragen es aufwirft.

 

Sebastian Knust: Kannst Du etwas zu Deiner Person sagen?

Niklas Hoyme: Kurz etwas zu meinen Bildungsgang: 1995 bin ich in Bremen geboren und besuchte 13 Jahre lang eine kleine Waldorfschule an der Ostsee. In den letzten Jahren meiner Schulzeit begann ich, die Bildungsvorgänge in der Schule zu befragen, insbesondere die Abschlüsse und das Notensystem, und sah mich nach alternativen Bildungsräumen nach der Schulzeit um. Ein erster Schritt führte mich an das Jugendseminar in Stuttgart, ein weiterer dann zum Philosophiestudium an der ehemaligen Cusanus Hochschule, welches ich nun am Philosophischen Seminar an der Kueser Akademie für Europäische Geistesgeschichte weiterführen kann.

 

SK: Warum hast Du dieses Thema gewählt, was interessiert Dich daran?

NH: Durch meinen Theaterlehrer in Stuttgart stieß ich auf Vorträge von Joachim Daniels, einen bedeutenden Kulturwissenschaftler aus Dornach, der mich wiederum auf seinen Philosophielehrer Georg Picht (1913–1982) aufmerksam machte. Über Picht konnte ich wiederum meine Bachelorarbeit schreiben, welche sich um das Bildungsverständnis Georg Pichts dreht.[1] In dieser Arbeit fiel mir auf, wie Picht sich wie Steiner besonders mit Goethe und Nietzsche beschäftigt.[2] Mich interessiert die Frage, ob die Philosophie Georg Pichts das Verständnis Rudolf Steiners erhellen kann?

 

SK: In welchem Zusammenhang steht Dein Thema zur Anthroposophie?

NH: Präziser gesagt, versuche ich zu verstehen, wie Georg Picht über Nietzsche sagen kann, dass mit der Philosophie Friedrich Nietzsches der Begriff der Verantwortung in die Weltgeschichte eintritt, wo doch Steiner in seinem Nietzsche-Buch darauf aufmerksam macht, dass Nietzsche das Vermögen der „moralischen Phantasie“ fehlen würde. Könnte es sein, dass Picht den Begriff der Verantwortung als Ergänzung zu Nietzsche ausarbeitet, genau wie Steiner das Vermögen der „moralischen Phantasie“ – und was passiert nun, wenn man diese Vermögen einander gegenüberstellt?

Hinter beiden Begriffen liegt auch die Frage nach einem ästhetischen Wirklichkeitszugang verborgen. Wie werde ich denn erst moralisch-produktiv – oder aber in pichtscher Sprache: Wie gelingt es mir, meinen Verantwortungsraum in dieser konkreten, biographischen Situation wahrzunehmen, sodass ich mich dazu verhalten kann? Welche Fähigkeit muss ich dafür ausbilden und wie hängt diese mit der Kunst zusammen?

 

SK: Hast Du durch die Beschäftigung mit Deinem Thema schon interessante Ideen oder Perspektiven gefunden? Möchtest Du eine oder mehrere mit uns teilen?

NH: Ja. Eine meiner ersten Fragen war: Was hat Steiner an Nietzsche geschätzt? Ich glaube, eines ist die Existenzialität des Nietzsche'schen Denkens. Ich meine mit dieser Existenzialität, dass man ernst nimmt, was man denkt, dass das Denken lebensmäßig relevant wird. Nietzsche sagt dazu: „Wie viel Wahrheit erträgt, wie viel Wahrheit wagt ein Geist?“ Was passiert, wenn ich beginne, mein Denken ernst zu nehmen? Fehlt möglicherweise diese Nietzschequalität auch im Umgang mit der Anthroposophie?

Ein Weiteres ist die Frage nach der „moralischen Phantasie“: Könnte es sein, dass dieses Vermögen in seiner Bedeutung für das Leben bisher unterschätzt wurde? Ich würde gerne Gespräche darüber führen, wie Menschen diesen Begriff verstehen und mit ihm leben. Gespräche über moralische Phantasie eben.

 

SK: Vielen Dank für Deine Antworten!

 

 


[1] Im Marbacher Literaturarchiv, wo der Picht-Nachlass liegt, konnte ich zum Thema der Bildung einen unveröffentlichten Vortrag finden, um den sich die Bachelorarbeit dreht. Auszüge daraus sowie der Vortrag  können im neuen Jahr veröffentlicht werden.

[2] Im Archiv von Georg Picht stieß ich auf mehrere Tagebuchaufzeichnungen, die die Liebe Pichts zu Goethe darlegen. Der goethesche Erfahrungszugang ist auch derjenige, den Picht immer wieder heranzieht, wenn er den modernen, rein mathematisch-logischen Erfahrungszugang kritisiert. Über Nietzsche hält Picht eine große Vorlesung (vgl. Picht, Georg. Nietzsche. Stuttgart. Klett-Cotta. 1988) und hält ihn für den Philosophen der Neuzeit, dessen Bedeutung und Tragweite wir bis heute noch immer verkennen.

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