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In der Zusammenarbeit wird Anthroposophie für mich konkret erlebbar

Mitglieder-Interview mit Christine Lempelius

von Sebastian Knust | 20.11.2020
Christine Lempelius

In dieser neuen Rubrik befrage ich Mitglieder zur Anthroposophischen Gesellschaft und erhalte kurze und persönliche Einblicke in eine bewegte und tiefe Beziehung.

Sebastian Knust: Was ist für Sie das Besondere an der AG, was berührt Sie?

Christine Lempelius: Für mich ist die Anthroposophische Gesellschaft eine Gemeinschaftsbildung aus Freiheit, d.h. es gibt keinen äußeren Anlass, dort Mitglied zu werden, sondern nur den freien Entschluss, sich mit anderen Menschen zusammenzutun, um das Geistige im Menschen, in der Welt und im Kosmos zu erkennen und zu pflegen.

In der Begegnung mit dem anderen Menschen, in der Zusammenarbeit wird Anthroposophie für mich konkret erlebbar. Die Gesellschaft gibt dieser Begegnung und „dem Erwachen am Geistig-Seelischen des Anderen“ realen Raum, d.h. es geht bis in eine physische und rechtliche Ebene: z.B. Verträge, Räume, Finanzielles.

SK: Warum sind Sie Mitglied in der AG geworden, was war das Hauptmotiv?

CL: Als Studentin habe ich ein wertvolles Jahr im Fichte-Haus in Tübingen erleben dürfen, wie danach auch in Freiburg initiativreiche und schöne Studententreffen im Rudolf-Steiner-Haus. Als ich dann Rudolf Steiners Worte zur Neugründung der Gesellschaft auf der Weihnachtstagung las, dass das Esoterische und Exoterische eine Einheit werden müsse, war mir klar, dass ich Mitglied dieser Gesellschaft sein möchte: „..tragt hinaus diese warmen Herzen zu kräftigem, heilkräftigem Wirken in der Welt.“ (GA 260)

SK: Wie sehen Sie die Zukunft der Anthroposophischen Gesellschaft, was möchten Sie beitragen?

CL: Wahrscheinlich wird die Anthroposophische Gesellschaft noch deutlich weiter schrumpfen, doch gilt es Samen zu streuen für die Zeiten, in denen Menschen stärker erleben werden, dass man in Gemeinschaft mehr Geist auf die Erde holen kann als alleine. Ich möchte mit beitragen, dass die Anthroposophische Gesellschaft  ein „Ort“ ist, wo Verbindungen entstehen: unter den Menschen, zu den verschiedenen anthroposophischen Einrichtungen, zu den Herausforderungen dieser Welt und wo das Zusammenwirken mit der geistigen Welt ernstgenommen wird.

SK: Vielen Dank!

Christine Lempelius | geboren 1968, wohnhaft in Freiburg, Waldorfpädagogin, verheiratet, ein Sohn.

Gemeinsam mit anderen hat sie 2014 den Veranstaltungs- und Initiativkreis „Mensch?! Vielfalt Anthroposophie in der Region Freiburg“ gegründet, der 2019 zu einer Gruppe auf sachlichem Felde wurde, bei dem jeder Mit-Mensch werden kann, sei es als Mitglied in der Gesellschaft oder auch ohne (www.vielfalt-mensch.de).

Sie hat seit 2018 eine Projektstelle bei der Anthroposophischen Gesellschaft, Arbeitszentrum Oberrhein inne, um Veranstaltungen zu vielfältigen Themen im Raum Freiburg zu organisieren und um den Zukunftsprozess im Arbeitszentrum Oberrhein voranzubringen. Daneben gibt sie Religionsunterricht für die Christengemeinschaft.

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