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Michael Schmock ist in die geistige Welt gegangen

von Dirk Kruse | 02/18/2026

Michael Schmock war für mich DER Anthroposoph, der im Geist meiner Generation aktiv zeitgemäß handelte. – „Ach, gäbe es doch nur ein paar mehr Michael Schmocks in der Anthroposophischen Gesellschaft!“, seufzte ich manchmal. Er wirkte so brückenbildend unter Einbeziehung der Vertreter:innen der Jugend, der Karmaforscher:innen und der „Neuen Wahrnehmungs- und Meditationsbewegung“. (...) Mein ganzes Leben lang wuchs meine Hochachtung vor Michael.

1978 las ich bei einem Landkommune-Freund in der neuen großformatigen Alternativ-Zeitschrift „Info3“ den Namen des Anthroposophen-Spontis Michael Schmock. 1983 hörte ich seinen Namen begeistert wieder: Er hatte eine junge bio-dynamische Anthroposophenkommune auf dem Land gegründet: „Hof Kotthausen“ – mit einer Art anthroposophischem Jugendjahr! An einem drückenden Sommertag im Jahr 1987, beim Ausbildungsabschluss von Sozialtherapeuten auf „Hof Sondern“, sehe ich ihn endlich „live“ vor mir, mit langen schwarzen Haaren, Feuerblicken, drahtigen Bewegungen. Mit Auszubildenden sitzt er dann auf dem Boden, in musikalisch-sprachlichen Improvisationen zu einem wichtigen sozialen Thema. „Mutig-experimentell!“, klingt es in mir nach.

Michael Schmock, 1954 geboren, war Waldorfschüler, Landwirt, Sozialpädagoge, nach „Kotthausen“ Kultur- und Bildungsreferent – und hat unendliche viele beraten. Ab 1991 Visionär im Arbeitszentrum NRW, ab 2008 im Vorstand der AGiD, 2015 bis 2023 Generalsekretär. Zu den Veränderungen in den 90er-Jahren sagte er einmal bescheiden: „Die Anthroposophische Gesellschaft hat sich verändert und, ich sage das mal so, sie gab dem ‚Sozialfreak‘ Michael Schmock und seinen Fähigkeiten zur Vernetzung einen Stellenwert.“[1] 

Mitte der 90er saßen wir als Dozentenkollegen im „Bahnhof Beyenburg“ (neuer Sozialtherapeuten-Ausbildungsort) in einem besonderen Sozialgemisch zusammen. Michael stach, tief zuhörend, mit freilassend-praktischen Beiträgen hervor. „Berufsesoterik“ war sein Zauberwort. „Er hat echt an sich gearbeitet“, klang es nach mit einem „Weggefährtengefühl“ auf dem Weg zur Jahrtausendwende! 

2003/2004 entstehen durch Michael & Co. die „Förderturmtreffen I und II“ mit Open-Space-Methode gegen die Ablehnung mancher Stimmen. Hier kommen erstmals viele spätere Protagonist:innen der „Wahrnehmungs- und Meditationsbewegung“ freundschaftlich übend und planend zusammen: A.-K. Dehmelt, Th. Mayer, D. Kruse, F. Burdich usw. Am 11. Januar 2004 ist Michael beim von Anna-Katharina mit Heinz Zimmermann initiierten „1. Schulungsweg-Erfahrenen-Kolloquium“ in Frankfurt dabei, einer weiteren Keimzelle dieser „Bewegung“. Erstmals üben wir da allesamt zusammen. 2004 dann das Seminar „Geistwesen im Sozialen Prozess“, das er mit Klaus Herbig in Wuppertal organisiert. Die Blütezeit seiner „Firma für Anthroposophie“ folgt, mit öffentlichen Gesprächen, Übungen und Demonstrationen. Im November 2005: Michael veranstaltet mit W. Weihrauch, T. Fischer (Musik), D. Schmidt, D. Kruse und M. Gabor einen aufsehenerregenden „Elementarwesentag“ in Dortmund. Zu viele Zuschauer:innen! Verantwortliche wollen den Saal räumen. Michael wie ein Auge im Sturm: abgewogene Worte, Bedeutsamkeit vermittelnde Stimme („Liebe Leute, ...!“) und alles regelt sich still – unvergesslich! Michael Schmock weist auf eine „Übkultur“ und stößt von der Bühne aus eine Seminararbeit auf den Windrathertal-Höfen an, die bis heute Früchte trägt. Seine Signatur: Wesentliches auf den Punkt bringend im Sozialprozess von Umkreis-Punkt-Vereinigung und zielvoller Entschluss! Dann gebiert er etwas Gewaltiges im geistigen Sinne, er forciert „Durchbrüche in die ätherische Welt“, die große Tagung und MGV der AGiD vom 18. bis 21. Juni 2009 in München. Ein aufregendes Geschehen voller Wahrnehmungsworkshops, plus Übpodium mit zwei „auffällig Gewordenen“: Dorian Schmidt und Dirk Kruse. Danke, Michael – für mich natürlich ein Highlight meines Lebens! Alle denken ans Weiterführen. Aber wieder Enttäuschung: Ein Vorstandskollege stellt nur ultimativ fest: „Michael, das hast du jetzt durchgezogen, das nächste Mal bin ich dann wieder dran!“ Doch Michael hat sein Pulver noch nicht verschossen. Unglaubliche Reigen folgen: „Karmaforschung-Seminare“, Jugendesoterik-Wochenende in Stuttgart 2013, „AnthroposoWie? – Wege zum Geistigen“, von der Jugend geführte MGV-Tagung 2014, auf der rundum geübt wird!!! 2014 bis 2016: monatliche „Quellgebiete-Arbeitsgruppe“ der AGiD in Einrichtungen, um dort Anthroposophie voranzubringen. Tiefe Gespräche nach den Verantwortungskreisen des ihm so treuen Arbeitszentrums der AG von NRW, Üb-Thementag „Spirituelle Ökologie“, Studientage „Soziales Heilen“, Studientage „Übersinnliche Wahrnehmung“, deutschlandweite Leitbildarbeit für die AGiD: Anregungen für eine Anthroposophische Gesellschaft als „Schulungsorganismus“!!! In Dornach nur Schulterklopfen; das sei doch „ein mutiges Unternehmen“. Seine Reaktion: „Ist bitter, is’ aber so. – Weiter geht’s, neuen Versuch starten!“ Er belebt die spirituelle Arbeit noch mehr als zuvor: Karmatagungen in Kassel, jährliche Zusammenkünfte des deutschen Vorstandes mit dem „Kolloquium Übersinnliche Wahrnehmung“[2], jährliche Hochschul-Kolloquien. Dann der große Vernetzungskongress „Soziale Zukunft“ 2017. Er im Planungstreffen mit hochkarätigen Vertretern vieler Verbände agierend: anspracheartig, etwas formal und dennoch stark mitnehmend, dann determinierend – als ob das Zukünftige schon längst Gegenwart wäre ... Und irgendwie scheinen dann alle „in einem Boot“ – auf höherer Stufe!

Advent 2017: mit Michael bei Kerzenlicht im Restaurant am Mondsee in Österreich: Aus den verdunkelten Bergregionen kommen wie machtvolle Wesen vertraut zu uns heran. Viel langes Lauschen, Aufnehmen. Die Liebe zu seiner bemerkenswerten Familie, Veronika und die Söhne Emanuel, David und Lukas, tritt vor Augen. Nach Sachfragen wird es tiefer: Wie sprühende Sterne seine zuvor samtigen Augen – ebenso zielvoll werden Gestik und Stimme. „Esoterischer Raum“ ist anwesend. Karma, die Anthroposophia, die Michaelschule werden Thema. Michael erzählt ein frühes geistiges Erlebnis der „Ermächtigung“. Unsere Begegnungen werden ab da auch „Gefäße“. E-Mails: 2018 in Dornach eine „Öffnungsmöglichkeit“! Doch Michael kommt dort mit „Übkultur“ nicht weiter. Weitermachen und immerfort sein: „Ihr/Du mach(s)t das schon!“ Mit Vorstand, Joan Sleigh von Dornach und den Wahrnehmern im November drauf: Auf Michaels Wunsch gemeinsame meditative Wahrnehmung der „Anthroposophia“ – gewaltig![3] Am folgenden Morgen stirbt Jasmin Mertens, die am Tag zuvor noch gegrüßt hatte. Schicksalssprache! 2019 schreibt Michael Übpraktisches zur Karmatagung.[4] Dann 29. November bis 1. Dezember 2019 das erste „Erweiterte Kolloquium Übersinnliche Wahrnehmung/Geistige Forschung“ im Rudolf-Steiner-Haus in Stuttgart, von Michael mitgestaltet.[5] Herrlich zukunftsweisender Nachklang! Danach mit Matthias Niedermann, Sebastian Knust u. a. auf zum Gipfel seiner äußeren Taten: zum großen Vernetzungskongress „Soziale Zukunft“ 2020. Doch Bitternis: Corona – der Kongress, sein Lebenswerk, wird absagt! Ende 2020 stellt Michael den Beitrag der AGiD „Arbeitskreis Geistesforschung und übersinnliche Wahrnehmung – Menschen und Methoden“ zusammen, den er mit seinem Vorwort versendet. Er kommt aber wegen des Corona-Anti-Esoterik-Hypes nicht auf die AGiD-Website.[6] Mitte 2021 schiebt Michael dann die Gründung einer deutschen „Jugendsektion“ mit an. Und während der MGV im Juli 2023 in Kassel dann seine große Abschiedsfeier. Ich, von ihm gewünscht als Vertreter des „Kolloquiums Übersinnliche Wahrnehmung“, glücklich mit dabei. Danach folgen Besuche bei oder von Freunden, Naturgänge, Reisen, Aufenthalte in Griechenland, die Mithilfe bei den Stuttgarter Feiern zum 100sten Todestag Rudolf Steiners. 

Es scheint ihm richtig gut zu gehen. Sein letzter intimer Artikel mit dem Untertitel: „Mein persönliches Verhältnis zu Rudolf Steiner“[7]: „... Du warst mir nahe, denn Deine Wochensprüche lagen auf meinem Nachttisch im Bauwagen, als ich auf einem landwirtschaftlichen Hof lebte ... Einmal war ich Dir sehr nahe. ... Ich befand mich wie entrückt in einer Welt, in der ich Dir sehr nahe war. Das ist bis heute so, und ich danke Dir für diese tiefe Begegnung. ... Für mich bist Du ein Goldgrund, der hinter mir leuchtet wie bei einer russischen Ikone. Ich sage „hinter mir“, weil Du begleitend immer dabei bist, aber mich frei lässt und mich nicht lenkst und nichts vorgibst. ... Wie gut, dass Du da warst – und da bist! Michael Schmock, St. Augustin“ 

Der 1. Februar 2026, strenger Winter, Vollmond-Sonntag, Lichtmess-Licht in der Weite. Eine E-Mail kommt an: „Michael Schmock ist gegangen!“ Das Alltagsbewusstsein reißt auf. „Aha ... jetzt gehst du schon!“ Das Erlebnis seiner Präsenz, hoch ausgebreitet in den Höhen, auf uns schauend, nahe. Viele Seelen sich ihm nahend. Ruhig fließt von ihm herab: „Traut euch was zu! St. Michael wird in euren Taten wirksam sein!“ Vier Tage später dann noch etwas sehr Intimes. „Schreib’s dazu, so was darf heut raus in die Öffentlichkeit!“, rät er. Bei meiner Morgenmeditation vermittelt er wie selbstverständlich: „Ich wollte doch schon immer erleben, wie du das machst (und was du dabei erlebst)!“ Er bleibt die ganze Zeit. Und peripherisch ist er immer wieder da. Dabei verdichtet sich der Eindruck: Michael, der verdeckte Rosenkreuzer, der die Anthroposophie über die Jahrtausendwende führt – die Fäden zum Spirituellen haltend. 

Und deutlich wird auch: Ja, jetzt fängt die Zusammenarbeit erst richtig an! Mit Anthroposophia. Die hier gebliebenen Seinen, in „einfachen Kleidern“, haben noch einmal eine Chance. So geht’s weiter, mit dir und auch durch dich – danke Michael, tausend Dank, nun ... voran – nur voran ... 

Alles klar – Dirk

Dirk Kruse | geb. 1958, leitet geistige Forschungsprojekte und Inspirationswanderungen in aller Welt.

 


[1] Interview „Die Anthroposophische Gesellschaft ist ein Gastgeber“, Maiausgabe 2019, Zeitschrift „Info3“.

[2] Durch Jasmin Mertens’ Gründungsmut und seine Unterstützung seit 2013 von der AGiD gefördert.

[3] „Eine gemeinschaftliche Anthroposophia-Wahrnehmung“, veröffentlicht im „Yearcircle-Mail-Verteiler“, 1. Maihälfte 2023. Gerne beziehbar über: dirk.u.c.kruse@gmx.de

[4] Dieser Artikel und viele andere von Michael Schmock von 2016 bis 2025 finden sich auf: www.anthroposophische-gesellschaft.de/mitteilungen

[5] Artikel zur Veranstaltung: Christoph Hueck, Andreas Neider, „Ach so, das ist ein Verstorbener …“ Bericht vom Kolloquium der „Hellseher und Geistesforscher“ in „Mitteilungen der AG in Deutschland“, Johanni 2020

[6] Mit Porträts von den Arbeiten von Hans-Joachim Aderhold, Alfredo Agostini, Dr. Gregor Arzt, Hendrikje Arzt, Christine Beusch, Frank Burdich, Inessa Burdich, Juliane Cernohorsky-Lücke, Dr. Astrid Engelbrecht, Steffen Hartmann, Wolfgang Körner, Gunhild von Kries, Dirk Kruse, Karsten Massai, Thomas Mayer, Dr. Manfred Schleyer und Wolfgang Schneider. Gerne beziehbar über: dirk.u.c.kruse@gmx.de

[7] In den „Mitteilungen“ zu Ostern 2025.

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