Suche Mitgliedschaft Spenden

Volltextsuche

 
  • AGiD.Aktuell
    • Alle Beiträge
    • Aus den Zeitschriften
    • Forschungsförderung
    • Junge Anthroposophie
  • Anthroposophie
    • Was ist Anthroposophie?
    • Bewegung
    • Goetheanum
    • Rudolf Steiner
    • Anthroposophie im Gespräch
    • Zeitschriften & Medien
    • Veranstaltungen
  • Gesellschaft
    • Mitglied werden
    • Junge Anthroposophie
    • Fördermitgliedschaft
    • Aufgaben und Ziele
    • Fähigkeitsbildung
    • Forschungsförderung
    • Zusammenarbeit
    • Menschen und Organisation
    • Finanzen und Spenden
  • Kontakt
    • Geschäftsstelle
    • Stellenangebote
    • Arbeitszentren
    • Zweige
    • Netzwerk
< nächster Eintrag
vorheriger Eintrag >

In ruhigen Zeiten Gendergleichheit, in Notzeiten patriarchale Strukturen

Nachrichten des Frauenrats aus der Corona-Zeit

von Barbara Messmer | 16.07.2020
Zeitungsauslese, Foto: Barbara Messmer

Der Frauenrat der Anthroposophischen Gesellschaft konnte sich, wie viele überregionale Arbeitszusammenhänge, während der Corona-Beschränkungen nicht treffen. Doch die Kommunikation ist allgemein eine Stärke der Frauen, und so sandten wir uns Online-Beiträge und Artikel zu, manchmal fast gleichzeitig dieselben. Es waren Nachrichten zu Corona aus Frauensicht.

Da mokierte sich Jana Hensel bei ”Zeit online” am 13. April 2020 darüber, dass es wohl eine ”Krise der Männer” sei. Neben dem blauen Himmel bringe die Krise zutage, wie sehr das Land von Männern dominiert sei: Chefärzte, Virologen, Ökonomen, Naturwissenschaftler. Und als sie auf Twitter fragte, ob es auch Virologinnen in Deutschland gäbe, erntete sie einen Shitstorm!

Am selben Tag legte Avivah Wittenberg-Cox bei Forbes dar, dass in Ländern mit von Frauen geführten Regierungen die Umstellung wegen Corona-Gefahr besser gelungen sei: in Deutschland, Neuseeland, Taiwan, Norwegen, Dänemark, Finnland und Island. Norwegens Premierministerin zum Beispiel beantwortete in einer Pressekonferenz nur für Kinder deren Fragen und erklärte ihnen ausführlich alles zu Corona. Marie Illner bekräftigte die Aussage von Wittenberg-Cox am 29. April bei Web.de und berief sich auf Erklärungen der Professorinnen Dr. Claudia Wiesner (Politik/Hochschule Fulda) und Dr. Barbara Holland-Cunz (Wirtschaft/Uni Gießen): Frauen käme jetzt zugute, dass sie Besonnenheit, ”eine ruhige Hand” und Geistesgegenwart stärker ausbilden mussten als Männer, um in Führungspositionen gewählt zu werden.

Es folgte am 22. April bei ”Zeit online” von sechs Frauen und einem Mann der Beitrag ”Die Krise der Frauen”. Denn weltweit litten Frauen stärker unter den sozialen und ökonomischen Folgen der Corona-Maßnahmen: Verschärfung ungleicher Situationen, Tendenz zum Rückschritt in traditionelle Rollen, Überlastung in Pflegeberufen. ”Frauen sind viel weniger weit, als wir gedacht haben”, resümierte Julia Jäkel (Geschäftsführerin von Gruner + Jahr) am 29. April in ”Die Zeit” bitter, nachdem die erste Dax-Konzern-Chefin Jennifer Morgan bei SAP entthront wurde mit dem Kommentar ”Der Konzern wünsche sich eine ”klare Führungsstruktur”. In ruhigen Zeiten Gendergleichheit, in Notzeiten patriarchale Strukturen! Das bestätigten sieben Berichte von Frauen in derselben Ausgabe. Elisabeth Raether spitzte es am 17. Mai bei ”Zeit online” fast sarkastisch zu: ”Frauen, seid dankbar”, dass ihr der ”deutschen Wirtschaft” mit unentgeltlicher oder unterbezahlter Arbeit aufhelfen dürft – regelmäßig auf Corona getestet werden jedoch nur die Bundesligaspieler.

Am 4. Juli 2020 konnte sich der Frauenrat der Anthroposophischen Gesellschaft wieder treffen. Da erfuhren wir, dass die Eurythmistin Margarete Kokocinski (Mannheim) mit einer Kollegin Eurythmie-Videos als Reaktion auf die Krise gedreht hat, die oft aufgerufen wurden. Sie zeigten Übungen zur ”Corona-Prophylaxe” und schufen ein ”Bildschirmerholungsgebiet” mit Übungen für die Augen, für die Blutzirkulation (bei mangelnder Bewegung) und zur Dreidimensionalität, da der Bildschirm auf Zweidimensionalität fixiert.

Sabine Hark, Professorin für Geschlechterforschung an der TU Berlin, plädierte in der ”Frankfurter Rundschau” vom 4./5. April für eine Ethik, die sich aus einem Denken in Beziehungen und dem Organismusgedanken im Sozialbereich speist, statt auf Kampf und Abschottung zu setzen. Katja Kipping (Partei Die Linke) breitete ebenda am 8. April viele Gemeinwohl-Ideen zur Abhilfe der Krise aus und die Schriftstellerin Siri Hustvedt schilderte am 14. April differenzierte seelische Beobachtungen aus New York. (Alle genannten Beiträge können beim Frauenrat bezogen werden.)

Barbara Messmer

 

Weiterführende Quellen

”Die Krise der Männer”, erschienen in ”Die Zeit”:

https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2020-04/gleichberechtigung-coronavirus-maenner-frauen-wissenschaftler-politiker-systemrelevante-berufe

Frauenregierte Länder, erschienen in ”Forbes”:

https://www.forbes.com/sites/avivahwittenbergcox/2020/04/13/what-do-countries-with-the-best-coronavirus-reponses-have-in-common-women-leaders/?fbclid=IwAR1AxV1vvJgK3kENjjjmrBtxzN5jE8AyNdh0_mjajTNxXTog_IWk3Zx1M5o#68de24073dec

Marie Illner, Talk-Besprechung auf ”Web.de”:

https://web.de/magazine/news/coronavirus/frauen-regierte-laender-coronakrise-34653912

”Die Krise der Frauen”, erschienen in ”Die Zeit”:

https://www.zeit.de/2020/18/coronavirus-pandemie-arbeit-frauen-bezahlung-ungleichheit

”Frauen seid dankbar”, erschienen in ”Die Zeit”:

https://www.zeit.de/wirtschaft/2020-05/wirtschaftskrise-frauen-coronavirus-berufe-krankenpflege-altenpflege

< nächster Eintrag
vorheriger Eintrag >

Aktuelle Beiträge

10.07.26 | O. Girard | J. Heisterkamp

50 Jahre info3 – Im Gespräch über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Seit 50 Jahren begleitet die Zeitschrift info3 die Entwicklung der Anthroposophie und ihrer Praxisfelder…

10.07.26 | Matthias Niedermann

Heißer Tag und Lange Nacht

Als sich am Samstagnachmittag die Tore des Campus Uhlandshöhe öffnen, zeigt das Thermometer hochsommerliche Temperaturen. Die Hitze flimmert über…

10.07.26 | T. Tritschel |G. Stocker

Rudolf Steiners „West-Ost-Aphorismen“ aus dem Jahre 1922 und ihre heutige Aktualität – ein Anliegen von Tom Tritschel und Gerhard Stocker

Die „Gegensätzlichkeiten zwischen…

10.07.26 | J. Lang | B. Werner | Ann-C. Momsen | M. Ries

PARZIVAL – Die heilsame Kraft der Beziehungen vom 23. bis 25. April 2027 in Witten *Vorschau-Save the Date*

Das Parzival-Epos von Wolfram von Eschenbach ist ein Meisterwerk…

10.07.26 | Ueli Hurter

Mit der Intelligenz des Lebens arbeiten

Jedes Mal, wenn wir online gehen, ist die künstliche Intelligenz (KI) dabei. Ob wir wollen oder nicht, KI wird gerade Teil unseres…

22.06.26 | M. Kahl | A. Schmitt

Die sechs Seelenübungen zur Erkraftung des Herzens – eine weltweite Initiative

Seit sieben Jahren entwickelt Andreas Schmitt gemeinsam mit einem wachsenden internationalen…

22.06.26 | Monika Elbert

Sommertage Anthroposophie in Bochum Für alle, die nicht dabei waren: Sie haben etwas verpasst!

Der Impuls dieser Tage an Deutschlands größter Waldorfschule war es, erlebbar zu…

22.06.26 | Redaktion

Werde Teil der Anthroposophischen Gesellschaft

Liebe Freunde der Anthroposophie, wir haben uns vonseiten des Arbeitskollegiums für dieses Jahr vorgenommen, an dem Wachstum…

Weitere News

Zur Uhlandshöhe 10  /  70188 Stuttgart
Telefon  +49 (0)711 / 164 31 -21
E-Mail  infonoSpam@agid.de

 

Newsletter
Youtube
Linked-In

Kontakt
Spenden
Mitglied werden

© ANTHROPOSOPHISCHE GESELLSCHAFT IN DEUTSCHLAND

ImpressumDatenschutz